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100 Jahre Bauhaus

Auch heute noch
der Zeit voraus

Rechte Winkel, Kuben, Sachlichkeit, Funktionalität und Reduktion – das Bauhaus wird hundert

Doch mit ihm nicht nur seine Architektur. Sondern vielmehr eine Denkweise und Haltung, die bis heute weltweit für modernes Design, Fortschritt und Radikalität steht.

Denn die Bauhaus-Schule war mehr als nur das Bemühen um neue Formen, auf Funktion reduzierte Architektur und der Verzicht auf jegliche Ornamente. Das Bauhaus verband Kunst mit Technik, Standardisierung und Reproduktion. Statt sich vor den Veränderungen der Industrialisierung zu verschließen, wollte man sie einbeziehen und nutzen, um Lösungen zu schaffen. Kunst und Architektur – nicht nur für elitäre Kreise, sondern auch für den sozialen Wohnungsbau.

Dabei war das Bauhaus noch in einem weiteren Aspekt deutlich seiner Zeit voraus: Es war ein interdisziplinäres Experiment. Eine Suche nach Ganzheit und eine Haltung gegen das Spezialistentum. Anstatt sich einseitig zu konzentrieren, versuchte man schon damals, ganzheitliche Lösungen unter einem Dach anzubieten.

Ein Weg, der heute relevanter ist denn je, da Unternehmen verstärkt ganzheitliche Lösungen suchen. Genauso wie erfolgreiche Vermarktung. Worin die kleine Reformschule aus Weimar sich seit jeher auch hervorragend verstand. Denn nicht nur ihre Architektur war innovativ, sondern auch ihre Art, sich zu inszenieren.

 

Modern wird niemals alt

Die niemals unterbrochene Präsenz des Bauhauses hat dabei entscheidend zu seiner Wahrnehmung als Marke beigetragen. Einer Marke, die in ihrer Ursprungsform – dem Institut in Weimar – nur 14 Jahre existierte, aber heute immer noch allgegenwärtig ist.

Und egal, was man heutzutage über die Funktionalität, Design-Sprache und Eigenvermarktung des Bauhauses denken mag – Fakt ist, auch hundert Jahre später können wir uns noch von der Marke Bauhaus inspirieren lassen.